Nur als Krieger kann man auf dem Pfad des Wissens überleben. Denn die Kunst des Kriegers ist es, den Schrecken, ein Mensch zu sein, und das Wunder, ein Mensch zu sein, in Einklang zu bringen.

Carlos Castaneda

Zitate Don Juan

Die Zitate von Don Juan sind teilweise mit den Buchnummern in Reihe der Erscheinungsweise der Castaneda-Bücher und Seitenzahlen versehen. Also zum Beispiel „Reise nach Ixtlan“ = Buch 3, Seite 62, also III 62 .

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Leiden
Arm und bedürftig zu sein, ist nur ein Gedanke; genau wie hassen oder hungrig zu sein oder Schmerz leiden. II 121

Es bleibt jeden Einzelnen überlassen, den Kräften unseres Lebens Widerstand zu leisten.
Nur ein Krieger kann überleben. Ein Krieger weiß, daß er wartet und worauf er wartet. Und während er wartet, begehrt er nichts, und so ist das Geringste, was er erhält, mehrt als er annehmen kann.
Wenn er essen muß, dann findet er eine Möglichkeit, weil er nicht hungrig ist; wenn seinem Körper etwas zustößt, dann findet er Abhilfe, weil er keine Schmerzen spürt.
Hungrig sein oder Schmerz leiden bedeutet nur, daß der Mann sich aufgegeben hat und nicht mehr ein Krieger ist; und dann werden die Kräfte seines Hungeres und der Schmerzen ihn zerstören. II 122

Lernen
Unser Los, als Mensch ist es, zu lernen, im Guten wie im Schlechten. II 74

Liebe – und rücksichtsvoller Umgang mit der Welt
Ein bewußter Mensch benutzt seine Welt wohldosiert und liebevoll, ganz gleich, ob diese Welt aus Dingen oder Pflanzen, aus Tieren oder Menschen oder Kräften besteht.
Er preßt seine Welt nicht aus, er berührt sie behutsam, verweilt solange es nötig ist und entfernt sich dann, fast ohne eine Spur zu hinterlassen. III

Nur wenn man diese Erde mit unerschütterlicher Leidenschaft liebt, kann man sich von seiner Traurigkeit befreien. Ein Krieger ist immer fröhlich, weil seine Liebe unwandelbar ist und weil seine Geliebte, die Erde, ihn umarmt und ihn mit unvorstellbaren Gaben beschenkt. Die Traurigkeit ist nur bei denen, die gerade das hassen, was ihrem Dasein Obdach gibt. Dieses liebliche Wesen, das bis in den letzten Winkel lebendig ist und jedes Gefühl versteht, besänftigte mich, es heilte mich von meinem Schmerz, und schließlich, als ich meine Liebe zu ihm ganz begriffen hatte, lehrte es mich Freiheit. Nur die Liebe zu diesem strahlenden Wesen kann dem Geist eines Kriegers Freiheit geben, und Freiheit ist Freude, Tüchtigkeit und Unerschrockenheit im Angesicht von Widrigkeiten.

Mittler des Geistes
Wir alle sind Mittler des Geistes. Wir haben nur die Wahl, ob wir es freiwillig tun oder dazu gezwungen werden.

Mut
Nicht der Gedanke an das, was dir bevorsteht, sondern die Vorstellung, dass du ein Leben lang das tun mußt, was du immer getan hast, sollte dich schaudern machen. Wenn man nichts zu verlieren hat, wird man mutig. Schwach sind wir nur, solange wir uns noch an etwas klammern können.

Persönliche Kraft
Die persönliche Kraft entscheidet, wer von einer Offenbarung profitieren kann und wer nicht. Meine Erfahrungen mit meinen Mitmenschen haben mir gezeigt, daß nur sehr, sehr wenige bereit sind zuzuhören, und von denen die zuhören, sind noch weniger bereit, in ihrem Handeln zu befolgen, was sie gehört haben. Und von denjenigen, die bereit sind, entsprechend zu handeln, haben noch weniger die persönliche Kraft, um von ihren Handlungen zu profitieren. IV253

Alles was wir tun, alles was wir sind, beruht auf unsere persönliche Kraft. Haben wir genug davon, dann genügt vielleicht ein einziges Wort, das uns gesagt wird, um unser ganzes Leben zu ändern. Haben wir aber nicht genug persönliche Kraft, dann mag es sein, daß uns die wunderbarste Weisheit offenbart wird, und diese Offenbarung würde nicht das geringste bewirken. IV15

Der Pfad des Wissens
Nur als Krieger kann man auf dem Pfad des Wissens überleben. Denn die Kunst des Kriegers ist es, den Schrecken, ein Mensch zu sein, und das Wunder, ein Mensch zu sein, in Einklang zu bringen. III 252

Rationalität vs. Irrationalität
Zum Beispiel müssen die Seher methodisch denkende, rationale Menschen sein, wahre Vorbilder der Nüchternheit, und gleichzeitig müssen sie sich all dieser Eigenschaften enthalten, um völlig frei und offen für die Wunder und Mysterien des Lebens zu sein. VII 80

Ratschläge
Du suchst nicht nach Wissen, du möchtest nur deine eigene Welt bestätigt haben. So seien die Menschen eben, sagte er, sie lieben es, sich sagen zu lassen, was sie tun sollen aber noch mehr lieben sie es, sich zu widersetzen und nicht zu tun, was man ihnen sagt, und so verstricken sie sich und hassen schließlich jeden, der ihnen überhaupt etwas rät. V 213

Realität
Die Welt ist so und so, bloß weil wir uns sagen, dass sie so und so ist. Wann immer wir aufhören, mit uns zu sprechen, ist die Welt stets so, wie sie sein sollte.

Ich will dir sagen, worüber wir mit uns sprechen. Wir sprechen über unsere Welt. Tatsächlich halten wir unsere Welt mit unserem inneren Gespräch aufrecht.

Rücksichtslosigkeit des Kriegers
Ein Krieger, sei immer auf der Hut vor der Grobheit menschlichen Verhaltes. Ein Krieger sei magisch und rücksichtslos, ein Einzelgänger mit feinstem Geschmack und Betragen, dessen Auftrag auf Erden es sei, seine spitzen Krallen zu schärfen und doch zu verbergen, damit niemand seine Rücksichtslosigkeit vermute. VIII 110

Liebe – und rücksichtsvoller Umgang mit der Welt
Ein bewußter Mensch benutzt seine Welt wohldosiert und liebevoll, ganz gleich, ob diese Welt aus Dingen oder Pflanzen, aus Tieren oder Menschen oder Kräften besteht.
Er preßt seine Welt nicht aus, er berührt sie behutsam, verweilt solange es nötig ist und entfernt sich dann, fast ohne eine Spur zu hinterlassen. III

Routinen
Nicht der Gedanke an das, was dir bevorsteht, sondern die Vorstellung, dass du ein Leben lang das tun mußt, was du immer getan hast, sollte dich schaudern machen. Wenn man nichts zu verlieren hat, wird man mutig. Schwach sind wir nur, solange wir uns noch an etwas klammern können.

Die letzte Schlacht auf Erden
Es ist ein eigenartig erfüllendes Glück, wenn wir im vollen Wissen handeln, dass alles, was wir tun, sehr wohl unserer letzte Schlacht auf Erden sein kann.

Schulung des Kriegers
Ein Krieger, sagte Don Juan, sei immer auf der Hut vor der Grobheit menschlichen Verhaltens. Ein Krieger sei magisch und rücksichtslos, ein Einzelgänger mit feinstem Geschmack und Betragen, dessen Auftrag auf Erden es sei, seine speziellen Krallen zu schärfen und doch zu verbergen, damit niemand seine Rücksichtslosigkeit vermute. VIII 110

Krieger pirschen sich dauernd selbst an. VIII 111

Selbstvertrauen des Kriegers

Das Selbstvertrauen des Kriegers ist nicht das Selbstvertrauen des Durchschnittsmenschen. Der Durchschnittsmensch strebt nach Bestätigung in den Augen des außenstehenden Betrachters und nennt dies Selbstvertauen. Der Krieger strebt nach Makellosigkeit in seinen Augen und nennt dies Bescheidenheit. Der Durchschnittsmensch ist auf seine Mitmenschen angewiesen während der Krieger nur auf sich selbst angewiesen ist . IV14

Die vier Sichtensweisen
Es gibt dreierlei schlechte Gewohnheiten, in die wir immer wieder verfallen, sobald wir im Leben mit ungewöhnlichen Situationen konfrontiert sind. Erstens können wir das, was geschieht oder geschehen ist, leugnen und so tun, als sei es nie geschehen. So machen es die Bigotten. Zweitens können wir alles ungesehen akzeptieren und so tun, als wüßten wir, was geschieht. So machen es die Frommen. Drittens kann ein Ereignis uns zwanghaft beschäftigen, weil wir es weder leugnen noch rückhaltlos akzeptieren können. So machen es die Narren. Doch es gibt noch eine vierte Möglichkeit, die richtige nämlich, die des Kriegers. Ein Krieger handelt so, als sei überhaupt nichts geschehen, weil er an gar nichts glaubt, und doch akzeptiert er alles unbesehen. Er akzeptiert, ohne zu akzeptieren, und leugnet ohne zu leugnen. Nie tut er so, als wisse er, noch tut er so, als sei nichts geschehen. Er handelt so, als ob er die Situation in der Hand hätte, auch wenn ihm vielleicht die Hosen schlottern. Diese Art zu Handeln vertreibt die zwanghafte Beschäftigung mit den Dingen.

Schwäche
Du bist schwach. Du eilst, wenn du warten solltest, und du wartest, wenn du eilen solltest. II 141

Schwermut
Das beste Mittel, um die Schwermut loszuwerden, besteht darin, sich darüber lustig zu machen. Der Eigendünkel ist die treibende Kraft hinter jedem Anfall von Schwermut. Der Krieger hat ein Recht auf seine tiefe Traurigkeit, aber diese Traurigkeit ist nur dazu da, ihn zum Lachen zu bringen.

Sich sorgen
Unerreichbar zu sein bedeutet, daß man bewußt vermeidet, sich selbst und andere zu erschöpfen. Es bedeutet, daß man nicht hungrig und verzweifelt ist, wie eine arme Person, die glaubt, sie bekommt nie wieder etwas zu essen und soviel verschlingt, wie sie nur kann. Ein Jäger weiß, daß ihm immer wieder Tiere in die Falle laufen werden, darum sorgt er sich nicht. Sobald man sich sorgt, klammert man sich aus Verzweiflung wahllos an alles mögliche; und sobald man sich anklammert, wird man sich unweigerlich erschöpfen, oder man erschöpft denjenigen oder dasjenige, woran man sich klammert. III 77

Sorgen der Selbstbetrachtung
Als Durchschnittsmensch haben wir alle ein gemeinsames Merkmal, einen symbolischen Dolch, nämlich die Sorgen unserer Selbstbetrachtung. Mit diesem Dolch schneiden wir uns blutig. Die Ketten unserer Selbstbetrachtung geben uns das Gefühl, als bluten wir gemeinsam, als teilen wir mit anderen Menschen etwas Wunderbares,: unsere Menschlichkeit. Bei genauerer Prüfung aber entdecken wir, daß wir alleine bluten und daß wir überhaupt nichts gemeinsam haben; daß wir uns nur in unserem manipulierbaren, unwirklichen und von Menschen gemachten Selbstbild spiegeln. Die Zauberer leben nicht mehr in der Welt der alltäglichen Sorgen, denn sie sind nicht mehr Opfer ihrer Selbstbetrachtung. VIII 95-96

Strategie des Kriegers
Ein Krieger lebt strategisch. Ein Krieger schleppt niemals eine Last, mit der er nicht fertig wird. I

Der Tod als Herausforderung
Die Zauberer sagen, der Tod ist der einzige würdige Gegner, den wir haben. Der Tod ist ein Herausforderer. Um seine Herausforderung anzunehmen , sind wir geboren- ob Durchschnittsmensch oder Zauberer. Die Zauberer wissen davon; die Durchschnittsmenschen nicht. VIII 115

Der Tod als Ratgeber
Was du tun mußt, wenn du ungeduldig bist, ist dies: Wende dich nach links und frag deinen Tod um Rat. Ungeheuer viel Belangloses fällt von dir ab, wenn dein Tod dir ein Zeichen gibt, wenn du einen Blick auf ihn werfen kannst, oder wenn du einfach das Gefühl hast, daß dein Begleiter da ist und dich beobachtet. III

In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, da ist keine Zeit für Reue oder Zweifel. Da ist nur Zeit für Entscheidungen.

Denk jetzt an deinen Tod. Er steht in Armesweite. Er kann dich jeden Augenblick ereilen; du hast also wirklich keine Zeit für närrische Gedanken und Stimmungen.

Wende dich nach links und frage deinen Tod um Rat. Ungeheuer viel Belangloses fällt von dir ab, wenn dein Tod dir ein Zeichen gibt, wenn du einen Blick auf ihn werfen kannst oder wenn du einfach das Gefühl hast, dass dein Begleiter da ist und dich beobachtet.

Der Tod schreitet hinter dir und läßt dir nicht die Zeit, dich an etwas zu klammern. Löse dich von allem.

Unser kostspieligster Fehler als normale Menschen ist, daß wir uns einem Gefühl der Unsterblichkeit hingeben. Es ist, als könnten wir uns vor dem Tod schützen , indem wir nicht an ihn denken. VIII 112

Tyrann
Die Selbstsucht ist ein wahrer Tyrann. Wir müssen unaufhörlich auf ihren Sturz hinarbeiten.. VIII 81

Die kleinen Tyrannen
Wie die neuen Seher die Natur des Menschen verstanden, seien sie zu dem unbestreitbaren Schluß gelangt, daß ein Seher, der es mit den kleinen Tyrannen aufnehmen könnte, sicherlich auch dem Unbekannten straflos gegenübertreten dürfte. Und wer dies vermöchte, der könne sogar die Gegenwart des Unbekannten ertragen. VII 29

Wir wissen, daß nichts den Geist eines Kriegers so zu stählen vermag, wie die Herausforderung, sich mit unmöglichen Leuten in Machtpositionen herumzuschlagen. Nur in solchen Situationen findet der Krieger die Nüchternheit und Gelassenheit, die er braucht, um die Gegenwart des Unbekannten zu ertragen. VII 29

Die Torheit der Welt
Sobald ein Mann Sehen lernt, stellt er fest, daß er allein auf der Welt und nur von Torheit umgeben ist. II 71

Torheit eines Zauberers
Es ist möglich zu beharren, stur zu beharren, auch wenn wir wissen, daß es sinnlos ist, was wir tun. Allerdings müssen wir dabei im voraus wissen, daß unser Tun sinnlos ist, und dennoch so handeln, als wüßten wir es nicht.

Übereifer
Das ist das Problem mit den Übereifrigen, sie sind nach beiden Seiten übereifrig. Gestern nichts als Fragen, heute nichts als Einverständnis. IV 87

Unerreichbar sein
Unerreichbar zu sein bedeutet, daß man bewußt vermeidet, sich selbst und andere zu erschöpfen. Es bedeutet, daß man nicht hungrig und verzweifelt ist, wie eine arme Person, die glaubt, sie bekommt nie wieder etwas zu essen und soviel verschlingt, wie sie nur kann. Ein Jäger weiß, daß ihm immer wieder Tiere in die Falle laufen werden, darum sorgt er sich nicht. Sobald man sich sorgt, klammert man sich aus Verzweiflung wahllos an alles mögliche; und sobald man sich anklammert, wird man sich unweigerlich erschöpfen, oder man erschöpft denjenigen oder dasjenige, woran man sich klammert. III 77

Verantwortung
Wenn ein Mensch beschließt etwas zu tun, dann muß er es durchführen, aber er muß die Verantwortung für das übernehmen, was er tut. Ganz egal was er tut, er muß zuerst wissen, warum er es tut und dann muß er zu seinen Taten schreiten, ohne an ihnen zu zweifeln oder sie zu bereuen.

Die Verantwortung für seine Entscheidungen übernehmen, heißt bereit sein, für sie zu sterben. III

Der Weg mit Herz
Ist es ein Weg mit Herz? Wenn er es ist, ist der Weg gut; wenn er es nicht ist, ist der Weg nutzlos. Beide Wege führen nirgendwo hin, aber einer ist der des Herzens, und der andere ist es nicht. Auf einem ist die Reise voller Freude und solange du ihm folgst, bist du eins mit ihm. Der andere wird dich dein Leben verfluchen lassen. Der eine macht dich stark, der andere schwächt dich. I 88

Für mich gibt es nur ein Reisen auf Wegen, die Herz haben, auf jedem Weg reise ich, der vielleicht ein Weg ist, der Herz hat. Dort reise ich, und die einzige lohnende Herausforderung ist, seine ganze Länge zu gehen. Und dort reise ich und sehe und sehe atemlos. I 151