In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, da ist keine Zeit für Reue oder Zweifel. Da ist nur Zeit für Entscheidungen.

Carlos Castaneda

Das Nagual: Raum und Zeitdefinition
Sustained Reaction-Forum 09.10.2007 von adlerthomas
https://www.tapatalk.com/groups/sustainedreaction/weltbild-der-tolteken-t5150-s10.html

Hallo

Raum und Zeit sind keine Merkmale der Unendlichkeit oder das Naguals. Die Unendlichkeit bzw. das Nagual beinhalten Raum und Zeit. Dies sind Ausdrücke unseres Tonals. Wir können diese Begriffe nicht auf das Nagual und somit die Unendlichkeit anwenden. Denn sie sind nicht fassbar, sie sind unendlich.

Wenn ich den Begriff “Unendlichkeit” an sich betrachte, scheint mir die Anwendung von Raum und Zeit sinnlos, weil sie sie unendlich vorhanden sind. Es besteht die Möglichkeit oder es ist sogar ziemlich wahrscheinlich, dass es unendliche Universen gibt. Unendliche Universen umfassen infinite Räume und Zeiten. Wenn etwas eine Sache beinhaltet, kann sie schlecht dieses Etwas eingrenzen. Raum kann keine definierbare Größe für Unendlichkeit sein. Das gleiche gilt für die Zeit. Definieren bedeutet ja schon etwas abzugrenzen. Für die Unendlichkeit und somit das Nagual gibt es aber unzählbare Ausdrücke, Erklärungen und Beschreibungen. Gerade deswegen führt das Nachdenken über diesen Begriff “Unendlichkeit”, zu einem Gefühl, zur einer Ahnung des Wahnsinns. Vor diesem Gefühl schützen wir uns nicht umsonst, mit unterschiedlichen Strategien (Schildern)
Die Raum- und Zeitgefühle der Lebewesen sind unterschiedlich. Diese Gefühlen können natürlich in gewissen Situationen, in einem bestimmten zeitlichen und räumlichen Rahmen zwischen Lebewesen aufeinander abgestimmte sein. Trotzdem sind das nur kleine Inseln in einem unbekannten und teilweise sogar unerkennbaren Gewässer.

Es bleibt uns Lebewesen wohl nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, dass wir die Unendlichkeit weder zeitlich noch räumlich einordnen können. Wir können höchstens sagen, die Zeit und der Raum (das Universum) sind unendlich. Nicht zu vergessen ist, dass sich die räumliche und zeitliche Unendlichkeit nicht nur in den Makro- sondern auch in den Mikrobereich erstreckt. Die Unendlichkeit und das Nagual sind nicht greifbar, sie sind nicht verstehbar, nicht definierbar und schwer erkennbar, man kann sie aber fühlen. Sie umgeben uns wie ein Geist. Sie sind der Geist, der alles durchdringt. Ich glaube in dem Sinn sprechen Seher von “Geist haben”, geistvoll oder geistlos sein. Das Nagual, die Unendlichkeit und der Geist sind einfach, man kann eine Verbindung zu ihnen haben. Sie machen sich hier und da wieder von selber bemerkbar.

Entweder hat man diesen (guten) Kontakt zum Geist und pflegt diesen mit entsprechender Demut oder man hat ihn nicht oder verliert ihn wieder. Kontakt zum Geist, zur Unendlichkeit oder zum Nagual kann jeder aufnehmen. Er muss dazu nur die richtige Absicht fassen oder auf den richtigen Weg gebracht werden. Je nachdem wie eifrig der Kontakt gepflegt wird, kann sich der Kontakt verbessern oder verschlechtern. Dies ist eine Frage der Übung und Disziplin.

Sogar die Verwendung des Adjektivs “unendlich” ist eine falsch Charakterisierung des Naguals. Unendlich ist wieder ein Begriff des Tonals, um etwas zu beschreiben, dass man nicht beschreiben, sondern nur erfahren bzw. erleben kann z.B als plötzlicher Energieausstoss. Wie in folgender Geschichte, die ich erlebte, als ein Teenager meinte, Mut beweisen zu müssen, und im Winter einen verschneiten Baum hochkletterte. Plötzlich gab der dünne vereiste Ast unter seinen Füssen nach, er fiel von etwa drei Metern und brach sich das Handgelenk. Dieser Unfall ist für mich ein Beispiel, wie jemand seine Energie nicht mehr unter Kontrolle hatte und dieses zu viel an Energie kann einen in gefährliche Situationen führen.

Gruss
Adlerthomas