Hüte dich vor denen, die über ihre Einsichten Tränen vergießen, denn sie haben nichts erkannt.

Carlos Castaneda

Wie ich auf die Lehren des Don Juan aufmerksam wurde

Als ich mich mit 23 Jahren intensiver mit der Welt, mit meinem Leben und meinem Sterben zu beschäftigen begann, kannte ich die Schriften von Carlos Castaneda noch nicht einmal vom Hörensagen.
Erst als mich eine Freundin im Jahr 1990 auf die Bücher von Carlos Castaneda aufmerksam machte, drang diese Tatsache in mein Bewußtsein. Wenn ich(und ein gerade anwesender Bekannter) sie auch in diesem Moment für ihre Äußerung belächelte, und sie sogar verspotteten (wir beschäftigten uns zu diesem Zeitpunkt mit vedischer Philosophie und mit Bhagwan), so blieb mir doch der Name des Autoren im Gedächtnis.
Als ich dann einige Monate später in einem Antiquariat, in den vor dem Schaufenster stehenden Kisten sondierte, sprang mir der Titel eines Buches und auch der Name des Autors sofort ins Auge. Es war das dritte Buch von Carlos Castaneda „Reise nach Ixtlan“ das mich dann so faszinierte, daß ich es fast in einem Zug durchlas. Aufgrund der mich sofort ansprechenden Inhalte und der Beschreibung des Weges eines Kriegers, fuhr ich noch einmal zu diesem Antiquariat und schaute genauer. Ich fand die ersten beiden Bücher ( Die Lehren des Don Juan und Neue Lehren des Don Juan) und den Ersten Ring der Kraft. Aufgrund der Erscheinungsreihenfolge der Bücher, entschied ich mich jetzt mit Buch eins anzufangen. Der Geist der Bücher und meine Begeisterung für sie wurde weiter gefördert, wenn es mir auch nicht sonderlich gefiel, das diese Zustände nur mit Einnahme von halluzinogenen Pflanzen bewirkt wurden, obwohl die geschilderten Erlebnisse, aufgrund meiner eigenen Erfahrungen, nachvollziehbar waren.
Doch nachfolgende Bücher machten mir dann auch klar, warum Don Juan diesen Weg mit seinem Schüler gegangen war. Er wollte ja das bisherige Weltbild seines Schüler Carlos zerbrechen und ihm andere Wahrnehmungen zugänglich machen. In späteren Schilderungen über seine Lehrzeit beschreibt Castaneda aber dann noch eine Vielzahl von anderen Möglichkeiten, die alltäglichen Routinen und festgefahrenen Anschauungen zu durchbrechen.
Von da an, wurde nach und nach, ohne das es mir eigentlich richtig bewußt wurde, das toltekische Weltbild und die umfangreichen Techniken, insbesondere das Pirschen, immer mehr Bestandteil meines Lebens. Der Nagualismus ist nicht nur eine neue Weltanschauung, sondern eine wirklich nachhaltige, intensive Lebensweise. Heute habe ich keine Zweifel mehr, ich habe mich für den toltekischen Weg entschieden.
Werter 08/2003