Die erste , die zweite und die dritte Aufmerksamkeit
Erste Aufmerksamkeit
Die erste Aufmerksamkeit, die alltägliche Welt, beschreibt den ersten Ring der Kraft, die auch als Tonal bezeichnet wird. Der erste Ring der Kraft, hat in der Darstellung der Ganzheit des Selbst, zwei Funktionen, die des Verstandes und die des Sprechens (siehe Ganzheit des Selbst).
Dieser Ring umfasst unsere normale Wahrnehmung und unser normales Tun in der Welt. Das Gegenteil vom Tonal, ist das Nagual, die sogenannte zweite Aufmerksamkeit, der zweite Ring der Kraft.
Zweite Aufmerksamkeit
Die zweite Aufmerksamkeit, die nichtalltägliche Welt, beschreibt den zweiten Ring der Kraft, die Funktionen der unbekannten, unerkennbaren Welt, die Nagual genannt wird. Der zweite Ring der Kraft hat als zentrale Einheit zur Steuerung den Willen (beim ersten Ring der Kraft ist es der Verstand). Dazu kommen noch die Funktionen, Fühlen, Sehen und Träumen und er beinhaltet auch die Bestandtele des gesamten ersten Ringe der Kraft, das gesamte Tonal, als auch alle Aspekte des zweiten Ringes der Kraft dem Nagual (siehe Ganzheit des Selbst).
Der zweite Ring der Kraft ermöglicht es dem Krieger die Grenzen der Alltagswelt zu durchbrechen, andere Welten wahrzunehmen und darin aktiv handeln. Außerdem durch seinen Willen den Verbindungskanal zur Absicht herzustellen, um sein eigenes Schicksal zu lenken, das Nagual zu erfahren und die Grenze zur dritten Aufmerksamkeit zu überschreiten.
Dritte Aufmerksamkeit
Die Dritte Aufmerksamkeit ist ein Zustand den ein fortgeschrittener Krieger erreicht, eigentlich nachdem er die Welt in seiner Ganzheit bewußt verlassen hat. Durch das anwenden der vorhandenen Techniken, hat er aber auch schon vorher die Möglichkeit diese Grenzen kennenzulernen. Es erlaubt ihm, den endgültigen Übergang, vor der eigentlichen Auflösung zu trainieren.
Das Bekannte, das Unbekannte und das Unerkennbare
Die Emanationen des Adlers sind immer in Form von wirbelnder, pulsierender, fließender und wellenförmiger Energie vorhanden. Je nach Konditionierung, besteht eine unterschiedliche Fähigkeit, diese Energien empfangen, zu verarbeiten, in den Kontext zu bereits gemachten Erfahrungen zu bringen und für sich zu nutzen.
Wird Wissen mit Hilfe der normalen Alltagswahrnehmung, dem Verstand erlangt, wird vom Bewußtsein der ersten Aufmerksamkeit gesprochen.
Wenn es sich um abstraktes spirituelles, transzendentes Erfahrungen handelt, welches intuitiv, mit unserem Willen erfahren wurde, wird dies als die zweite Aufmerksamkeit bezeichnet.
In beiden Fällen wird das zuvor Unbekannte zum Bekannten.
Dadurch dass immer nur eine Auswahl von Emanationen des Adlers wahrgenommen und in Bezug gesetzt werden kann, bleibt der überwiegende Teil der Informationen des Adlers, dem Individuum verschlossen, sowohl beim Nutzen des ersten Kraftringes, dem Verstand, als auch des zweiten Kraftringes, dem Willen. Alle gemachten Erfahrungen sind also immer nur Teilaspekte des Ganzen und können nie das gesamte Bild darstellen.
Damit bleibt das Unbekannte weiterhin Unerkennbar.
Normalerweise wird für den Durchschnittsmenschen erst mit dem Tod, für kurze Zeit offenbar, um was es sich beim Unerkennbaren handelt. Es ist in diesem Moment mit der Ganzheit seines Seins (erster und zweiter Kraftring) direkt erfahrbar.
Die Tolteken haben durch ihre Techniken, des Pirschens, des Träumens der Rekapitulation und durch die Nutzung der Schicksalsmacht der Absicht, die Möglichkeit, die Schwelle zum Unerkennbaren erfolgreich und nutzbringend zu überschreiten. Die durch die Techniken erreichte Glut der Bewußtheit, verwandelt sich in ein verzehrendes Feuer, was den kompletten Energiekörper ausfüllt und erhellt. Die Schwelle zum Unerkennbaren wird überschritten und die komplette Ausstrahlung der ursächlichen Macht wird sofort erfahr- und nutzbar. Metaphorisch wird im Nagualismus vom Verbrennen am Feuer von Innen gesprochen. Man verlässt die Bekannte Welt und hat damit den Zustand der dritten Aufmerksamkeit erreicht.