Sich etwas zu versagen ist bei weitem die schlimmste Form des Sichgehenlassens, es zwingt uns zu glauben, wir täten große Dinge, während wir in Wirklichkeit nur auf uns selbst fixiert sind.

Carlos Castaneda II 125

Der Sinn des Ganzen

Einige mögen sich fragen, was der Sinn und der Zweck der Weltsicht der Tolteken oder überhaupt irgendeiner Philosophie oder Religion ist. Wozu die ganzen Mythen, Regeln und Techniken, wozu eine bestimmte Lebensweise verfolgen und sich Gedanken über sein Leben und dessen mögliche Ziele machen. Wozu sich anstrengen und nicht einfach nur ein ganz normales Leben im hier und jetzt leben, ohne irgendein nicht direkt greifbares Ziel.
Das Leben an sich ist doch schon Herausforderung genug.

Es stellt sich aber dann doch irgendwann vielleicht einmal die Frage, ob es neben Geburt, in der Welt sein, materielle Freuden und Leid erleben, Altern und Sterben noch einen anderen Sinn und Zweck des Daseins gibt.
Um zu versuchen diesen zusätzlichen Sinn aufzuklären, ist aber entgegen der bisherigen Wahrnehmung eine völlig neue Betrachtung der Welt notwendig.

Unser gesamtes Weltbild ist durch unsere Erziehung meist relativ starr und fest geworden und genügt dann hauptsächlich den Anforderungen, die in dieser Welt offensichtlich sind und unsere materille Existenz bereichern und erhalten. Nur besondere Ereignisse, wie zum Beispiel, große Verluste, Krankheiten und Lebenskrisen veranlassen uns ein festgefahrene Weltbild und seinen Sinn in Frage zu stellen und dann entsprechend auch unser Denken und Handeln zu ändern.

Unser gesamtes Weltbild ist durch unsere Erziehung meist relativ starr und fest geworden und genügt dann hauptsächlich den Anforderungen, die in dieser Welt offensichtlich sind und unsere materille Existenz bereichern und erhalten. Nur besondere Ereignisse, wie zum Beispiel, große Verluste, Krankheiten und Lebenskrisen veranlassen uns ein festgefahrene Weltbild und seinen Sinn in Frage zu stellen und dann entsprechend auch unser Denken und Handeln zu ändern.

Es stellt sich also nicht zu jeder Zeit, aber vielleicht irgendwann die Frage: Wozu war/ist mein Leben gut. War/ist mein Leben lebenswert. Was bleibt von mir?
Die Antwort könnte natürlich sein: Ich habe viel Freude gehabt und viel Besitz, habe die Welt gesehen, viel Anerkennung erfahren, ich wurde geliebt, ich habe tolle Kinder großgezogen, usw., usw. Aber all das sind nur Momente im Leben, wie Spuren im Sand, die irgendwann der Wind verweht (außer die Kinder, die das irdische Leben mutmaßlich weiterführen und entwickeln).
Die Freude war immer nur momentan, der erschaffene Besitz vergeht, die Anerkennung und das geliebt werden, bleibt eine Zeit vorhanden und löst sich mit dem Tod in ein Nichts auf.

Wenn man also weiter nach dem Sinn und Zwecks fragt, ist man gezwungen sich mit dem Abstrakteren, also unserer Psyche und anderen nicht immer direkt greifbaren Werten der Welt und auseinanderzusetzen.
Aber nach tiefergreifenden Wahrheiten zu suchen kann auch in die Irre führen, die abgekoppelt vom „normalen Leben“ völlig nutz- und sinnlos sein können.
Deshalb sollte wir aber nicht aufhören Fragen zu stellen und vor allem sollten wir nie aufhören alles „in Frage zu stellen“ und einfach nur zu Glauben.

Die toltekische Erklärung

Laut Überzeugungen der toltekischen Seher ist die Welt und unser Dasein nicht ganz so fest, wie wir es von Geburt an, von unsere Mitwelt vermittelt bekommen haben. Die toltekische Lehre geht davon aus, dass alles was existiert eine Form von Energie ist. Diese Energie formt sich aufgrund von gemachten Erfahrungen zu unterschiedlichen unabhängigen Energieeinheiten.
Gleichzeitig ist aber alles mit allem verbunden und trägt zur allgemeinen Entwicklung des Großen und Ganzen bei. Alle eigenständigen Energiefelder haben sich im Laufe der Evolution immer weiter entwickelt oder sind in andere Seinszustände übergegangen. Unsere Geburt passiert laut dieser Weltsicht also nicht aus Zufall, sondern ist die Konsequenz einer kausalen Kette von Ereignissen.
Jeder dieser Einheiten hat damit also nicht nur die Gelegenheit sich zu entwickeln, sondern ist gleichzeitig aufgrund seiner Konditionierung gezwungen einen bestimmten Zustand zu verkörpern.

Aufgrund dieses Umstandes wurden von den Sehern verschiedene Techniken zur Vervollkommnung der eigenen Energieeinheit, der eigenen Bewußtheit entwickelt.
Diese Techniken sind das Pirschen, das Träumen und die Bemeisterung der Schicksalsmacht, die Absicht.

Das Pirschen ist eine Technik zur Kontrolle des eigenen Verhaltens im Alltag. Dazu gehört seine Selbstsucht zu besiegen, Situationen und Auseinandersetzungen im Leben für das innere Wachstum zu nutzen und die eigenen gemachten Erfahrungen zu rekapitulieren, um sie dann loszulassen zu können.

Beim Träumen geht es um die Verarbeitung von Lebensereignissen und das Erreichen der Kontrolle des eigenen Bewußtseins mittels möglichst luzider Träume. Außerdem um das Anhalten des inneren Dialogs mittels Schulung verschiedenster Fertigkeiten und das Erreichen von außerkörperlichen Erfahrungen durch das nutzen dieser anderen Seinszustände.

Die dritte Technik, die Bemeisterung der Absicht beschreibt die durch der Summe von Handlungen beider Techniken, Pirschen und Träumen erlangte Fähigkeit die Schicksalsmacht durch den eigenen gestärkten Willen und auch durch das Erkennen von Zeichen zu beeinflussen und nicht mehr in zwanghafter Abhängigkeit zu handeln.

Durch diese Techniken wird Energie aufgespart und Wissen erworben und es werden alle im Leben gemachten Erfahrungen, die noch nicht verarbeitet und geklärt wurden aufgearbeitet, um beim Sterben durch die erlangte Bewußtheit möglichst weit durch den Tunnel des Lichts (die Tolteken nennen es als das Rad der Zeit) voran zu kommen und nicht mehr festzuhängen. Dabei zählt jeder Millimeter.
Im günstigsten Fall wird ein Grad der Bewußtheit erreicht (die Ganzheit des Selbst), die nicht mehr zum Zerfall und zur Auflösung der eigenen Bewußtheit führt, sondern alle Emanationen des Großen und Ganzen sofort erfahrbar und zugänglich machen. Man ist in seiner vollen Bewußtheit ein Teil des Unfassbaren.
Im ungünstigsten Fall löst sich die erreichte Bewußtheit auf und das Große und Ganze wird weiterentwickelt. Außerdem formt sich, entsprechend der erworbenen Energien nach dem Prinzip der Anziehung und Abstoßung eine neue individuelle Existenz, die neue Erfahrungen machen und verarbeiten muß.

Wie ein Kirschbaum der Umwelteinflüssen ausgesetzt ist, Früchte trägt, dessen Fruchtfleisch vergeht und aus dem Kern wieder neues Leben, aber durch die Umwelteinflüsse, verändertes Leben entsteht.