Denk daran, die Welt erschließt sich uns nicht unmittelbar. Dazwischen steht die Beschreibung der Welt. Genaugenommen sind wir also steht’s einen Schritt weit von ihr entfernt, und unsere Erfahrung der Welt ist steht’s eine Erinnerung an die Erfahrung. Immerfort erinnern wir uns an den Augenblick, der soeben geschehen und vorüber ist.

Carlos Castaneda

Träumen

Das Träumen ist neben dem Pirschen die zweite Technik, eine andere Wahrnehmung zu schulen und sich damit andere Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen. Beide Systeme lassen den Krieger Energie und Wissen aufspeichern und die Verbindung zur Ursprungsmacht, dem Nagual herstellen.
Im Gegensatz zum Pirschen, welches als Ausgangspunkt für das Lernen die alltäglichen Begebenheiten, Personen und Dinge nutzt, betreffen die Techniken des Träumens die nichtalltäglichen Zustände und Begegnungen eines Kriegers.
Aufgrund der anderen energetischen Konstellation der Träumer, haben diese andere Möglichkeiten sich nichtalltägliche Welten zugänglich zu machen und Träume besser zu nutzen.
Grob umrissen kann von zwei verschiedenen Menschentypen gesprochen werden, die eher introvertierten Träumer und die eher extrovertierten Pirscher. Es spielen aber noch andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel die Zeit und die gemachten Erfahrungen die den Energiekörper umformen können und dann einer veränderten, erweiterten Nutzung zugänglich machen.

Es werden in Carlos Castanedas Büchern sieben Traumpforten erwähnt, die ein Träumer überwinden muss, um volle Bewusstheit in der anderen Realität zu erlangen. Dabei sind von ihm nur die ersten vier Portale detailliert beschrieben worden.

1. Das erste Tor: Das arrangieren des Träumens
Den Einschlafmoment bewusst wahrnehmen und die Aufmerksamkeit im Traum fixieren.
Eine klassische Übung ist es, im Traum die eigenen Hände zu betrachten.
Man lernt im Schlaf den bewußten Traum von einem normalen Traum zu unterscheiden.

2. Das zweite Tor: Das verändern der Traumumgebung
Aus einem Traum heraus in einen anderen Traum erwachen. Die Traumumgebung gezielt wechseln, ohne die Traumbewußtheit zu verlieren. Dabei ist es hilfreich immer wieder zu einem bekannten Ort zurückzukehren um dann wiederum in voller Bewußtheit die Umgebung zu wechseln.

3. Das dritte Tor: Das Eintauchen in den Traumkörper
Sich selbst als physischer Körper im Bett schlafend sehen. Hier beginnt die Verschmelzung von Traum- und Alltagsrealität.
Von der sich wechselnden Traumumgebung immer wieder bewußt zum physischen Körper zurückkehren.

4. Das vierte Tor: Das erschaffen des Doppelgängers
Mit dem Energiekörper an konkrete Orte in dieser oder in fremden Welten reisen.
Sich des Energiekörpers (Doppelgängers) bewußt sein und konkrete Handlungen beabsichtigen und ausführen

5. Das fünfte Tor: Das beabsichtigen der Traumwelt
Den Traumdoppelgänger (den Energiekörper) in der alltäglichen Welt agieren lassen.

6. Das sechste Tor: Das festigen des Energiekörpers
Den physischen Körper an einen anderen Ort transportieren.

7. Das siebte Tor: Das Auflösen der Ichstruktur
Die Welt vollständig transzendieren und mit der Gesamtheit des eigenen Seins in andere Dimensionen übertreten.

Hier werden demnächst weitere Texte eingestellt

Stand 16.02.26