Das ordnende Fundament der Tolteken
Die toltekischen Krieger, Seher und Zauberer nutzen die Regel des Nagual als mythologische Plattform für ihre Weltsicht. Sie bietet zusammen mit dem Kriegerkodex das Gefüge, auf denen die Techniken des Pirschens, Träumens und der Bemeisterung der Absicht fußen.
Die Regel beschreibt die Entstehung und das ansammeln von Energieagglomeraten und deren evolutionäre Anwendungs- und Erweiterungsmöglichkeiten. Außerdem werden kosmologische Gesetzmäßigkeiten, unter anderem über die sinnvolle Zusammenstellung von energetisch unterschiedlichen Einzelwesen zur Erlangung von Ganzheit und Freiheit aufgezeigt. Überdies wird auf ein übergeordnetes Gerüst von Gesetzmäßigkeiten der kosmologischen Ordnung und deren Anwendung, unter anderem in Form einer ursächlichen Zahlensymbolik eingegangen.
Wenn ein Mensch sich klar macht, daß er ein Teil des Ganzen ist, und wenn er sich weiterhin klar macht, daß jede Handlung ihn direkt oder indirekt selbst trifft, erst von diesem Punkt an, erst dann wird ganzheitliches Wachstum möglich.
1. Keine Existenz ist der Anderen gleich
Jedes Dasein verfügt über besondere Aufgaben und Wachstumsmöglichkeiten. Diese Möglichkeiten zu erkennen und für sich zu entwickeln, ist die Aufgabe jeder bewußt lebenden Existenz.
Möglichkeiten
Wir Menschen entstammen alle dem gleichen Pool der Bewußtheit. Doch trotz dieses Umstands, sind wir deswegen nicht gleich, sondern haben alle unsere speziellen Fertigkeiten, Aufgaben und Mittel mitbekommen. Diese Möglichkeiten im Laufe des Lebens zu erkennen und sich und anderen die Gelegenheit zum Wachsen zu geben, ist der erste Faktor.
Sie umfasst Toleranz gegenüber anderen Existenzen, versteht aber nicht jede Form des Sein und Tun als unbedingte Wahrheit oder bestmöglichen für sich selbst zu beschreitenden Weg. Sich ein Urteil zu bilden und Entscheidungen zu treffen ist wichtig, doch sollten wir nicht verurteilen und Uns und den Anderen die Gelegenheit geben sich der entsprechend vorhandener Anlagen zu entwickeln.
Beurteilungsvermögen, Demut, Integrität, Verträglichkeit.
2. Jedes Wesen ist für das eigene Leben und für seine Taten voll verantwortlich*
Jede unserer Aktionen, zieht eine Reaktion der Mitwelt nach sich. Für jede Reaktion die wir bekommen, bekommen haben und bekommen werden, tragen wir die volle Verantwortung.
Verantwortung
Verantwortliches Handeln ist das Prinzip des zweiten Faktors und ein entscheidender Punkt zu Vervollkommnung der eigenen Bewußtheit. Entwicklung findet im Austausch mit anderen Existenzen und Situationen statt. Auch wenn bestimmte Begebenheiten nicht immer als wünschenswert empfunden werden, müssen wir uns diesen in irgendeiner Form immer stellen. Dies bedeutet, Situationen zu erkennen und entsprechend zu handeln, als da wären: Keine unliebsamen Dinge vor sich herzuschieben. Andere nicht für den eigenen Zustand verantwortlich zu machen. Sich trügerische Sicherheiten zu erschaffen, um sich hinter diesen zu verstecken.
Das beherzigen dieser Punkte sind der Ausdruck eines Lebens, sich seiner Verantwortlichkeit zu stellen. Wirkliche Verantwortung für sich selbst und seine Taten zu übernehmen, heißt unwiederbringliche Entscheidungen im Angesicht des Todes zu treffen und notfalls bereit sein, für die Konsequenzen die sich daraus ergeben zu sterben.
Beurteilungsvermögen, Demut, Integrität, Verträglichkeit, Handlungsbereitschaft, Losgelöstheit, Entschlossenheit.
3. Schwierigkeiten lassen uns wachsen
Jede Art von Lebensumständen, Problemen, Schicksalsschläge und Krankheiten sind die einzigartige Möglichkeit sich als Individuum zu entwickeln. Wir sollten jedem Problem und jeder Schwierigkeit die uns begegnet, dankbar gegenüber sein und versuchen daraus den größtmöglichen Nutzen zu ziehen.
Wachstum
Verlorene Kämpfe sind nur Momente im Leben und bedeuten nicht, daß das ganze Leben verloren ist. Ein nach Bewußtheit strebender Mensch stellt sich solange den Herausforderungen, bis er diese überwunden hat, denn ohne diese Herausforderungen, wäre ihm die Möglichkeit zu wachsen und sich zu entwickeln genommen.
Es ist die Einsicht, jede sich in den Weg stellenden Schwierigkeiten als selbst verursacht und als Aufgabe für sein Lernen erkannt zu haben. Die Welt in diesem Sinne zu betrachten, ist der einzige Weg zu Konsequenten, Vollkommenen, Erfüllten und Bestimmten handeln, welches grundlegendes Wachstum erzeugt.
Beurteilungsvermögen, Demut, Integrität, Verträglichkeit, Handlungsbereitschaft, Losgelöstheit, Entschlossenheit, Entwicklung, Erkenntnis.
4. Kraft und Wissen sind Grundbausteine unseres Bewußtseins
Energie und Wissen und daraus resultierendes Bewußtsein sind weder gut noch schlecht. Wir produzieren aufgrund unserer begrenzten Wahrnehmung durch das nutzen von Energie und Wissen Gutes oder Schlechtes. Energie und Wissen sind diese beiden Faktoren, die zur Erweiterung und dem Wachstum benötigt werden. Diese tragen, je nachdem in welcher Qualität und Quantität sie vorhanden sind dazu bei, erfolgreich zu sein.
Energie und Wissen
Die logische Konsequenz die alles Dasein bedingt, besteht aus den beiden Faktoren Energie und Wissen. Allein diese beiden Potentiale bestimmen jede mögliche Daseinsform im Universum. Beide Faktoren sind bei uns in einem bestimmten Umfang mehr oder weniger stark vorhanden. Energie ist eine einfach vorstellbare quantitative Größe, wobei Wissen immer nur das umfassen kann, was dem Individuum zugänglich ist und es nicht nur nach Quantität, sondern auch nach Qualität gemessen werden kann. Deswegen ist Wissen eher abstrakt, weil es zwar wie die Energie im Grunde scheinbar unendlich vorhanden ist, aber durch seine Eigenart niemals eine feststehende Größe darstellt. Beide Faktoren bedingen sich gegenseitig. Ein hohes Maß an Energie führt dazu die Möglichkeit zu haben sich Wissen zugänglich zu machen. Andererseits wird vorhandenes Wissen ohne entsprechende Energie nur begrenzte Möglichkeiten haben entsprechend angewandt zu werden. Gezielte für jede Person eigene Handlungsweisen führen dazu, sowohl das Energie- als auch das Wissenspotential bis zu einem persönlich erreichbaren Punkt anzuheben.
Beurteilungsvermögen, Demut, Integrität, Verträglichkeit, Handlungsbereitschaft, Losgelöstheit, Entschlossenheit, Entwicklung, Erkenntnis, Stärke, Beharrlichkeit, Lernfähigkeit.
5. Wandlung und Bewegung sind feststehende Größen der Unendlichkeit
Alles ist einer fortwährenden Wandlung unterworfen, alles entwickelt sich weiter, es erreicht zu einen bestimmten Zeitpunkt die Blüte eines möglichen Zustands und löst sich dann wieder in andere Energiezustände auf. Alles ist Veränderung, alles ist Wachstum und Bewegung. Jedes Individuum steht im ganzen Seinszyklus niemals fest an einer Stelle, sondern entwickelt und verändert sich fortwährend. Als weiterer formender Faktor, der Entstehen lässt steht neben den anderen Einflüssen also noch eine einflußreiche Größe fest: Die Bewegung.
Bewegung
Ohne diese Größe würde nichts sein, es gäbe keine Möglichkeit zu empfinden, zu leiden, zu lieben, geboren zu werden und zu sterben. Letztendlich ist es die eigentliche Ursache die es möglich macht zu wachsen und sich zu erweitern. Körperlich, geistig und spirituell in Bewegung zu bleiben, macht es möglich sich zu erweitern. Abhängigkeiten und Routinen blockieren das Wachstum, deshalb sollten wir darangehen diese Blockaden immer wieder zu hinterfragen und zu unterbrechen.
Durch Stillstand versagen wir uns die Möglichkeit sich umfänglich zu entwickeln und zu erweitern. Kleine stillstehende Welten zu formen und ein kurzweiliges Verharren kann in bestimmten Fällen sicherlich sinnvoll sein, doch wenn diese kleinen Welten zu kompletten Universen werden, berauben wir uns der vielseitigen Möglichkeiten wirklich glücklich zu werden.
Beurteilungsvermögen, Demut, Integrität, Verträglichkeit, Handlungsbereitschaft, Losgelöstheit, Entschlossenheit, Entwicklung, Erkenntnis, Stärke, Beharrlichkeit, Lernfähigkeit, Beweglichkeit.
6. Grundlegende Zielsetzungen sind Andauernder und Kraftvoller
Bestrebungen werden geboren aus der Reaktion vom eigenen erlangten Potential mit anderen Potentialen. Diese Form der Anziehung und Abstoßung sind auch der Grund jedes Daseins, jeder Existenz. Jedes Ungleichgewicht eines Potentials versucht sich immer wieder anzugleichen, um Widerstände und Auslöschung zu vermeiden.
Bestrebungen werden geboren aus der Reaktion von Kraft und erlangtem Wissen. Sie sind auch der Grund unseres Daseins, unserer Existenz. Wir haben den Wunsch gehabt, als Individuum geboren zu werden und dieser Wunsch hat sich erfüllt.
Bestreben (Anziehung und Abstoßung)
Es gibt unzählige Wünsche die wir im Laufe des Lebens ansteuern und uns erfüllen wollen. Manche dieser Zielvorstellungen erfüllen sich, manche erfüllen sich nicht. In der Unendlichkeit der Bestrebungen spielt das aber keine große Rolle. Eine Rolle spielt, daß wir aus den gemachten Handlungen und Erfahrungen entsprechende Schlüsse ziehen. Wichtig kann unter anderem sein, daß man abseits von bestimmten Wünschen die ursächliche Zielsetzung, nämlich die Steigerung der eigenen und allgemeinen Bewußtheit erkennt und diesem abstrakten Kern verfolgt. Denn umso mehr Erfahrungen vorhanden sind, beziehungsweise. umso mehr das individuelle Bewußtsein von seinem Umfeld weiß, desto mehr kann es sich zusätzliche Bewußtseinsenergie(Kraft und Wissen) zugänglich und nutzbar machen.
Wir alle sind Sammler von Wissen und Energie, auf der Suche nach Erfüllung, immer auf der Suche nach neuen Aufgaben. Wir suchen eigentlich das Letztendliche, finden aber meist das Endliche (was aber auch Teil der Unendlichkeit ist). Diejenigen die diesen Weg weitergehen, das letztendliche Wissen und die letztendliche Wahrheit zu suchen, werden dieses Ziel wahrscheinlich nie erreichen, doch wenn sie ernsthaft bleiben, werden sie nie aufgeben. Dies ist ihr abstraktes Ziel, was für sie über allem steht.
Beurteilungsvermögen, Demut, Integrität, Verträglichkeit, Handlungsbereitschaft, Losgelöstheit, Entschlossenheit, Entwicklung, Erkenntnis, Stärke, Beharrlichkeit, Lernfähigkeit, Beweglichkeit, Sinnhaltigkeit, Anziehung.
7. Liebevoller Umgang mit der Erde und anderen Lebewesen
Keinem Lebewesen durch unser Verhalten unnötigen Schmerz zuzuführen und unverhältnismäßig zu schädigen, sollte höchste Priorität haben. In jeden Fall sollten wir den persönlichen Nutzen im Verhältnis zum Leid was diese Handlung verursachen kann gewissenhaft abwägen sich der Konsequenzen bewußt zu sein und im besten Fall entsprechend zu handeln. Wir sollten unserem Umfeld gegenüber aufgeschlossen, aufmerksam und umsichtig sein. Die Welt wohldosiert und liebevoll und mit Dankbarkeit nutzen, ohne sie auszubeuten.
Achtsamkeit
Ohne dieses grundlegenden Faktor für sein Leben zu beherzigen sind alle anderen Prinzipien nur Makulatur. Es ist diese Verhaltensweise die dazu beiträgt, entsprechende Energie und Wissen zu sammeln, sich Wissen anzueignen, um in harmonischem Einklang mit seiner Mitwelt zu leben. Sie ist die Plattform des bewußt handelnden Menschen, sozusagen seine Festung aus der er immer neue Kraft schöpft, um im ständigen Kampf der Erfolge und Niederlagen zu bestehen. Sie ist der allgegenwärtige Kodex, der unter anderem dazu führt, daß ein Mensch durch das „Leben gleitet“ und immer weniger den Unwägbarkeiten der sogenannten Schicksalsmacht ausgeliefert ist.
Beurteilungsvermögen, Demut, Integrität, Verträglichkeit, Handlungsbereitschaft, Losgelöstheit, Entschlossenheit, Entwicklung, Erkenntnis, Stärke, Beharrlichkeit, Lernfähigkeit, Beweglichkeit, Sinnhaltigkeit, Anziehung, Liebesfähigkeit, Gewissenhaftigkeit, Erfülltheit .
8. Bewußtheit (Ganzheit)
Ein Mensch nimmt nichts wichtig, auch nicht sich selbst. Alles was ist, sind nur Torheiten des Lebens, gleichzeitig ist aber dieses Leben, alles was dieser Mensch hat und deswegen unendlich wertvoll. Er lebt in der Welt und weiß um deren Torheiten, er ist ihnen aber nicht mehr ausgeliefert, sondern kontrolliert sie. Ein bewußter Mensch weiß, daß er sterben muß und er weiß auch, daß alles andere was ihn umgibt irgendwann einmal stirbt. Diese Tatsache, daß wir alle sterbende Wesen sind, macht uns gleich. Wer dies erkennt, verliert zwangsläufig die eigene Wichtigkeit und fängt an verantwortlich, bewußt und vollkommen zu Handeln.
Vollkommendes Handeln
Vollkommenes Handeln ergibt sich in Konsequenz aus allen vorgenannten Prinzipien. Wenn die vorgenannten Punkte berücksichtigt werden, entsteht in Zusammenhang mit den entsprechenden Handlungsweisen, bewußtes spirituelles Wachstum, welches der einzig wirkliche Fortschritt im Universum ist. Nicht immer ist dieser Fortschritt für jeden sofort erfahr- und begreifbar. Doch es ist das letztendliche was geschieht, egal ob es nun wahrgenommen wird oder nicht. Die Entscheidung ein bewußtes starkes, ehrliches Leben zu führen, trifft jeder selbst. Ein bewußter Mensch trifft seine
Entscheidung immer so, als ob es die letzte wäre. So, als ob er seinem Tod gegenüberstehst und es sich dabei um die letzte Tat auf der Erde handelt. So erlangt er Freiheit.
Beurteilungsvermögen, Demut, Integrität, Verträglichkeit, Handlungsbereitschaft, Losgelöstheit, Entschlossenheit, Entwicklung, Erkenntnis, Stärke, Beharrlichkeit, Lernfähigkeit, Beweglichkeit, Sinnhaltigkeit, Anziehung, Liebesfähigkeit, Gewissenhaftigkeit, Erfülltheit, Ausgeglichenheit, Glückseligkeit.
Laut toltekischer Weltanschauung besitzt jeder Mensch zwei Ringe der Kraft, die seine Existenz und alles was er wahrnimmt, formt. Der erste Ring(Rechte Seite/erste Aufmerksamkeit, Tonal) umfasst als zentralen Punkt den Verstand und das Sprechen, der zweite Ring(linke Seite/zweite Aufmerksamkeit/Nagual) besitzt als Zentrum den Willen und noch fünf andere Punkte(Fühlen, Sehen, Träumen, Tonal und Nagual). Beide Ringe werden durch die toltekischen Techniken Pirschen, Träumen und Anrufung der Absicht aktiviert und genutzt.
Erster Ring der Kraft, die 1. Aufmerksamkeit
Die Vernunft ist das Zentrum des 1. Kraftringes, sozusagen die Warte von der aus wir auf die Welt blicken. Sie verwaltet und ordnet die Regeln nach denen wir die Welt begreifen und erkennen.
Das Sprechen oder jede andere Art von Kommunikation ist eine Art Satellit welcher um die Vernunft kreist. Dies symbolisiert das Kreisen unseres inneren Dialogs um die vernünftige Erklärung der Welt, welches ein Werk der Sprache ist.
Vernunft und Sprechen sind direkt miteinander verbunden, sie funktionieren nur gemeinsam. Die Vernunft ordnet die Sprache- die Sprache ist einziges Ausdrucksmittel der Regel der Vernunft. Die Verbindung von Sprechen und Vernunft symbolisiert mithin den Prozeß des Verstehens.
Zweiter Ring der Kraft, die 2. Aufmerksamkeit
Fühlen ist immer unbestimmt, aber irgendwie bekannt. Es ist mithin die einzige Funktion des zweiten Kraftringes mit der auch der Durchschnittsmensch durchaus vertraut ist. Das Fühlen ist mittelbar an all unseren Aktionen beteiligt. In der Darstellung der beiden Kraftringe ist das Fühlen sozusagen die intermediäre Funktion zwischen den beiden Arten der Aufmerksamkeit; es ist nämlich sowohl mit dem Willen als auch mit dem Punkt Sprechen des ersten Kraftringes verbunden. Wir können daher auch direkt über unsere Gefühle sprechen, bei minimaler Beteiligung der Vernunft.
Die Traumfunktion das heißt, das luzide, wache Träumen ist eine weitere Wahrnehmungsmöglichkeit des 2. Kraftringes. Das normale nächtliche Träumen stellt in diesem Fall die Grundlage für das „bewußte“ Träumen dar. Durch das Träumen erschließen sich völlig neue Welten der menschlichen Möglichkeiten und Wahrnehmung.
Das toltekische Sehen ist eine besondere Auffassungsfunktion. Es hat nichts mit dem gewöhnlichen Schauen der Augen zu tun, sondern bezeichnet einen besonderen Bewußtseinszustand, in dem man fähig ist, die Welt auf eine andere, neue Weise wahrzunehmen. Man kann lernen, beim Sehen viele Einzelheiten zum Beispiel am Energiekörper eines Menschen wahrzunehmen, und lernen was diese zu bedeuten haben. Sehen ist eine Art direktes bestimmtes Wissen, das nichts mit verstandesmäßigem Wissen zu tun hat, vielleicht vergleichbar mit Intuition.
Wille ist die zentrale steuernde Funktion des 2. Kraftringes, der uns direkt (wie mit einer Art Tentakel aus Energie) mit der Welt verbindet. Alle Funktionen des 2. Kraftringes sind direkt über den Willen, (Tonal und Nagual sogar ausschließlich über den Willen) zu erfahren (Darstellung oben). Er ist die eigentliche transzendente Funktion, über die wir zur einer tatsächlichen Erkenntnis der Welt kommen können. Er ist es auch, der das Unmögliche möglich macht.
„Was ein Zauberer Wille nennt ist eine Macht in uns. Es ist weder ein Gedanke, noch ein Wunsch. Der Wille ist das, was bewirkt, daß du gewinnen kannst wenn dein Denken dir sagt, daß du besiegt bist.“ sagt Don Juan (Wohltäter von Castaneda)
Das Tonal ist alles was wir kennen, und dies schließt nicht nur uns als Person ein, sondern alles in unserer Welt. Das Tonal ist alles, was wir beschreiben können, alles was wir erfahren haben, es ist das Bekannte, Offenbarte.
Das Tonal ist der Organisator der Welt. Es hat die Aufgabe, das Chaos der Welt zu ordnen. Alles was wir Menschen wissen oder tun ist das Werk des Tonal. In dem Moment wo wir den ersten Atemzug tun, atmen wir auch Kraft für das Tonal ein. Das Tonal beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod.
Das Nagual ist dort wo die Kraft schwebt. Zum Zeitpunkt der Geburt sind wir nur Nagual. Das Nagual ist der Bereich für den es keine Worte, Namen und Beschreibungen gibt. Es ist am leichtesten als Kraft vorstellbar, da es an sich reine Wirkung ist. Die Wirkung des Nagual können wir umschreiben, wenn auch nicht erklären oder verstehen. Das Nagual ist das Unaussprechliche. In ihm schwimmen all die möglichen Gefühle und Wesenheiten und Ich’s (persönliche Tonals) wie Kähne im Wasser dahin, friedlich, unabänderlich, ewig. Es enthält ein unvorstellbares Wissen über alles und jedes. Das Nagual ist das Unbewußte, das nur direkt wahrgenommen werden kann. Das direkte Bindeglied zum unermeßlichen Nagual ist die Absicht, die mit den toltekischen Techniken aktiviert werden kann.
Die Emanationen des Adlers
Der Energiekörper des Menschen und der Montagepunkt mit imaginärem Platz des Montagepunktes beim Träumen und der Platz des stillen Wissens.
Im Großen und Ganzen übernehmen wir vom Zeitpunkt der Geburt an, die Weltbeschreibung unserer Eltern oder anderer Autoritäten. Nach und nach lernen wir dann die Welt annähernd so zu beschreiben und zu nutzen, wie es uns beigebracht wurde. Die mit diesem Wissen gemachten Erfahrungen in Kombination mit der eigenen Persönlichkeitsstruktur werden dann häufig ähnliche Welten geschaffen, die mal mehr, mal weniger mit dem derzeitig vorherrschenden Weltbild übereinstimmen. Im Allgemeinen bestätigen wir aber die gelernten Vereinbarkeiten, ohne uns groß zu fragen was die Grundlage all dieser Strukturen und Verbindlichkeiten sind.
Die Tolteken stellen sich diese Frage und durch eine besondere Wahrnehmungsfunktion, die sie als Sehen bezeichnen, erkunden sie fortan durch verschiedenste Strategien die Unermesslichkeit unseres Daseins. Dabei sahen sie, dass die uns umgebene Welt bei weitem nicht so fest ist, wie sie dem Durchschnittsmenschen erscheinen mag.
Das Sehen erlaubt es dem Krieger, die Welt als ursächliche Energie wahrzunehmen. Für ihn steht hinter allem die Energie, das spirituelle Sein, welches die materiellen Zustände formt. Wenn ein Krieger der das Sehen beherrscht, einen Menschen sieht, erscheint er ihm als eiförmiges Energiefeld, verschiedenster Formausprägungen und Farbnuancen. Unter anderem kann der Seher beim Betrachten der energetischen Blase im Energiekörper, bestimmte Wesenszüge, die derzeitige Disposition und auch Krankheiten wahrnehmen.
Am Auffälligsten ist für die Seher ein Punkt im leuchtenden Ei, der intensiver „leuchtet“ als das Umfeld. Dieser Punkt wird als der Punkt an dem unsere Welt zusammengesetzt, beziehungsweise montiert wird bezeichnet. Dieser sogenannte Montagepunkt der mehr oder weniger beweglich ist, bestimmt unsere Wahrnehmung und formt damit unser Weltbild. Es zwingt die Individuen, mangels vorhandener Energie(weil für profane Dinge im Alltag verbraucht) und mangelnde Kenntnisse, die Welt so wahrzunehmen, wie sie dann ihrer Lebenswirklichkeit entspricht.
Im normalen Alltag finden daher meist nur Feinstverschiebungen des Montagepunktes statt, die unsere Stimmungen mal mehr oder weniger stark schwanken lassen. Nur besondere Ereignisse, wie Verlust, Krankheit und andere Extremsituation führen zu einer stärkeren Bewegung und einer Verschiebung der bisherigen Weltsicht, die aber meist nur kurz anhält und nicht immer eine dauerhafte Veränderung der bisherigen Lebensgewohnheiten erreicht.
1. Die toltekischen Seher sprechen von einer alles beherrschenden und alles durchdringenden Macht, die sie als den Adler bezeichnen (Der Begriff „Adler“ kann durch andere Begriffe ersetzt werden).
2. Der „Adler“ besteht aus purer Bewußtheit (Energie und Wissen). Diese Energie durchdringt alles und ist alles was ist.
3. Aus dieser Ansammlung von Energie gebiert der „Adler“ aus dem vorhandenen
Bewußtseins- und Erfahrungslevel immer wieder neue eigenständige Individuen (abgespaltene Energieblasen).
4. Die Individuen sammeln aufgrund ihres Potenzials von Wissen und Energie neue Erfahrungen, die immer einzigartig und noch nie dagewesen sind. Dementsprechend sind die Möglichkeiten der individuellen Entwicklung dann verschieden.
5. Der Antrieb jeder Existenz ist das Erlangen von neuer Bewußtseinsenergie (Kraft plus Wissen), um sich zu entwickeln.
6. Als Möglichkeit der Erweiterung (Sammeln von Energie und Wissen) haben alle Existenzen die Möglichkeit der Wahrnehmung und des Austauschs mit anderen Daseinsformen.
7. Wenn ein Wesen vergeht, löst sich das individuelle Dasein auf und die erweiterte (durch das Leben geformte) Bewußtseinsenergie geht normalerweise wieder zum Adler zurück, der sich dadurch erweitert und wie erwähnt wiederum neue Individuen formt.
8. Ein toltekischer Krieger versucht alle Emanationen des Adlers seinem Bewußtsein zugänglich zu machen, die Ganzheit des Selbst zu erreichen(sich zu vervollkommnen). Außerdem eine Kopie seines Bewußtseins (durch Rekapitulation der Lebensereignisse) zu schaffen und diese Kopie dem Adler zur Verfügung zu stellen. Letztendliche Freiheit erreichen, bedeutet für den Krieger also im günstigstem Fall am Adler „vorbeizugehen“ und sich nicht aufzulösen sondern am „Feuer von Innen“ zu verbrennen (alle Konstrukte des Adlers sind sofort zugänglich).
Der Vorsatz der Praktizierenden der Künste der Tolteken ist es, dieses meist festverankerte Weltbild immer wieder aufzubrechen. Dazu benutzt der Krieger die verschiedenen Techniken des Pirschens, Träumens und die Nutzung der Schicksalsmacht, die Absicht. Ziel ist es den Montagepunkt im inneren der Energieblase in Bewegung zu bringen und wieder fest zu verankern, sich dadurch neue bislang nicht wahrgenommene Welten zugänglich zu machen und diese für die eigene Struktur aktiv zu nutzen.
In der Energieblase selbst gibt es verschiedene Bänder der Bewußtheit mit unzähligen möglichen Positionen, die von dem Krieger durch die bewusste Verschiebung des Montagepunktes genutzt werden können.
Es gibt Bänder die Emanationen haben, die erforsch- und nutzbarer organischer Natur sind, wie die der Pilze, Pflanzen, Tieren oder der Bereich der Materie, wie zum Beispiel Steine, Gase, und Flüssigkeiten. Auch gibt es anorganische aber erforschbare Bänder, als auch Bänder die keinen Zugang bieten, oder eine sofortige Auflösung bedeuteten, wenn sie erreicht würden.
Beim Träumen wandert der Punkt der Wahrnehmung zum Beispiel ein kleines Stück ins Innere und lässt uns andere Welten erfahren. Mit viel Energie und gutem Training kann auch ein Platz ziemlich zentral im Energiekörper erreicht werden, den Platz des stillen Wissens. Er ist die Vorstufe zu dem, was uns erwartet, wenn wir sterben. Man nennt es auch die Glut der Bewusstheit erreichen oder auch den Platz ohne Erbarmen betreten.
Das Ziel eines Kriegers ist es, nicht nur neue Energie und neues Wissen zu sammeln, sondern durch das ausmessen der Unendlichkeit durch immer wieder neue Verlagerungen und Verankerungen des Montagepunkts sich so weit zu schulen und so viel Beweglichkeit zu erlangen, um am Adler (der großen Macht) vorbei zu gehen und die Ganzheit des Selbst zu erreichen.
Interpretation (von Werter)
Ohne Wahrnehmung gäbe es Nichts. Aber da wir wahrnehmen, gibt es Etwas, weil wir es durch unsere Existenz so beabsichtigt und eingerichtet haben. Wenn nichts existiert, was würde dann wahrnehmen?
1.Bewußtsein besteht aus derselben Masse aus der auch die Ursuppe der Bewußtheit (toltekischer Begriff „Adler“)besteht.
2. Bewußtsein hat unterschiedliches Potential und interagiert in dieser Ursuppe miteinander durch Anziehung und Abstoßung, hoher und niedriger Wirkfähigkeit.
3. Durch diesen Anziehungs- und Abstoßungsprozeß (in der Alltagswelt, würden wir von Wunsch bzw. Verzicht, von Liebe und Gleichgültigkeit oder Hass sprechen) verbinden sich entsprechend der Konditionierung Teilchen von Bewußtheit miteinander und formen neue Bewußtseinsagglomerate.
4. Sind nun bestimmte Energieansammlungen entstanden, haben diese irgendwann die Fähigkeit(nur durch ihre jeweilige Ausrichtung) eigenständige unabhängig von der Ursuppe handelnde Körper zu bilden (organischer, und anorganischer Natur oder was es sonst noch so alles in der Unendlichkeit gibt).
5. Obwohl diese Körper oder Antikörper sich eigenständig entwickeln, sind sie aber trotzdem noch Teil dieser Ursuppe, weil der grundsätzliche Befehl des Adlers- beziehungsweise die Grundkonditionierung der Ursuppe Gesetzmäßigkeiten unterliegt, die sich im Laufe der Evolution selbst geschaffen haben. Aufgrund dieser Gesetzmäßigkeiten sind sie also immer mit der Ursuppe verbunden und interagieren, immer noch mit ihr, obwohl sie eine gewisse Eigenständigkeit besitzen.
6. Diese Gesetzmäßigkeiten sind:
a) alles ist in Bewegung.
b) nichts kann unendlich wachsen oder auch schrumpfen, ohne in einen anderen Zustand überzugehen.
c) jedes Teil nutzt die Möglichkeiten die es hat.
d) alles will sich angleichen und erweitern (größere, mächtigere Potentiale bilden, sich entwickeln).
7. Dementsprechend formt sich jedes Individuum aufgrund seiner Konditionierung selbst, muß aber trotzdem noch dem Befehl des “Adlers” gehorchen, der aber auch keine eigenständige unabhängig Masse bildet, sondern aus diesen einzelnen Bewußtheiten besteht und sich dadurch ebenfalls in diese oder jene Richtung entwickelt.
8.Also formt Bewußtsein die Welt und jeder einzelne ist für das Universum und die Unendlichkeitverantwortlich(ohne daß es viele wissen).
9. Bewußtsein besteht aus Energie und Ansammlungen von Informationen(Erfahrungen die gemacht wurden), die miteinander symbiosenieren.
10. Bewußtsein ist nicht Bewußtheit. Bewußtsein zu besitzen, heißt die Fähigkeit zu
besitzen, um zum Beispiel Körper zu bilden, die der jeweiligen Konditionierung entsprechen.
Bewußtheit(bei Bewußtsein sein) bedeutet sich seines Potentials, seines Bewußtseins bewußt zu sein und vermehrt zu nutzen, um bewußt Möglichkeiten zu haben, sich bewußt zu entwickeln. (das heißt, wer Bewußtheit besitzt erkennt vermehrt Zusammenhänge).
11. Energiekonglomerate, behalten ihre Bewußtheit, wenn sie in eine andere Form übergehen, aber verlieren ihr Bewußtsein, wenn sie sich nicht entsprechend konditionieren konnten. Das Bewußtsein bleibt aber im “Adler” enthalten und ist wiederum ein Baustein für neue Formen und hat natürlich auch einen Einfluß auf das gesamte Bewußtseinsagglomerat.
12.Unser ganzes Dasein ist dazu da, Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln, diese zu verstehen, zu verarbeiten und für unsere Entwicklung (und die Entwicklung des “Adlers“) zu nutzen. Einen Großteil der Erfahrungen die wir machen, sind Teil unseres normalen Alltagslebens, interpretiert vom Verstand, von den Tolteken als Tonal oder als erste Aufmerksamkeit, der erste Ring der Kraft bezeichnet.
Eine andere, direkte Verstehfunktion, von den Tolteken als Nagual, den Platz des stillen Wissens, die zweite Aufmerksamkeit benannt, ist “nur” direkt zu erfahren und zu nutzen.
Mit dem Nagual sind wir über die Funktion unsers Willens direkt mit der Absicht, den Verbindungskanal zum “Adler” verbunden, ob uns das bewußt ist oder nicht.
Diesen sogenannten zweiten Ring der Kraft nutzen, wie gesagt nicht nur Krieger, sondern auch alle anderen.
Seit ehe her besteht die große Schwierigkeit, dieses naguale Wissen in unsere tonale Welt zu tragen, es zuBeschreiben und zu verstehen. Im Normalfall sind wir gezwungen über den ersten Ring der Kraft zu kommunizieren, um zu versuchen zu verstehen. Es wird daher immer ein “interpretiertes” Wissen” bleiben, weil es eigentlich nur direkt erfahr- und nutzbar ist. Alle Religionen, Philosophien und Weltanschauungen, sind immer nur eine Interpretation, ein Abklatsch der Unendlichkeit, bis wir für uns die Stufe der Entwicklung erreicht haben, es vollends zu verstehen.