Hüte dich vor denen, die über ihre Einsichten Tränen vergießen, denn sie haben nichts erkannt. Carlos Castaneda

 

  • Armut

Arm und bedürftig zu sein, ist nur ein Gedanke; genau wie hassen oder hungrig sein oder Schmerz leiden.

Für mich sind sie jetzt nur noch Gedanken. Das habe ich erreicht. Die Macht, das zu tun, ist das einzige, bedenke es, was wir den Kräften unseres Lebens entgegensetzen können. Ohne diese Macht sind wir Spreu, Staub im Wind. Es bleibt jedem von uns überlassen, den Kräften unseres Lebens Widerstand zu leisten. Ich habe es dir unzählige Male gesagt: Nur ein Krieger kann überleben. Ein Krieger weiß, daß er wartet und worauf er wartet. Und während er wartet, begehrt er nichts, und so ist das Geringste was er erhält, mehr als er annehmen kann. Wenn er essen muß, dann findet er eine Möglichkeit, weil er nicht hungrig ist; wenn seinem Köroper etwas zustößt, dann findet er Abhilfe, weil er keine Schmerzen spürt.

Hungrig sein oder Schmerzen leiden, bedeutet nur, daß der Mann sich aufgegeben hat und nicht mehr ein Krieger ist, und dann werden die Kräfte seines Hungers und der Schmerzen in zerstören. II 121

 

  • Aufrechterhalten der Welt

Ich will dir sagen, worüber wir mit uns sprechen. Wir sprechen über unsere Welt. Tatsächlich halten wir unsere Welt mit unserem inneren Gespräch aufrecht.
 

  • Beharrlichkeit

Es ist möglich zu beharren, stur zu beharren, auch wenn wir wissen, daß es sinnlos ist, was wir tun. Allerdings müssen wir dabei im voraus wissen, daß unser Tun sinnlos ist, und dennoch so handeln, als wüßten wir es nicht.

Das ist die kontrollierte Torheit eines Zauberers.

 

  • Die Beschreibung der Welt

Denk daran, die Welt erschließt sich uns nicht unmittelbar. Dazwischen steht die Beschreibung der Welt.

Genaugenommen sind wir also steht’s einen Schritt weit von ihr entfernt, und unsere Erfahrung der Welt ist steht’s eine Erinnerung an die Erfahrung. Immerfort erinnern wir uns an den Augenblick, der soeben geschehen und vorüber ist.

 

  • Die Beweglichkeit des Kriegers

Ein Krieger muß beweglich sein und sich harmonisch mit der ihn umgebenden Welt verändern, sei es die Welt der Vernunftoder die Welt des Willens. IV 122

 

  • Demut des Kriegers

Ich sagte ihm, ich fühle mich wertlos und sollte vielleicht nach Hause fahren, um wiederzukommen, wenn ich mich stärker fühlte. "Du redest Unsinn" fuhr er mich an. Ein Krieger nimmt sein Los auf sich, was es auch sei, und akzeptiert es in äußerster Demut. Er akzeptiert demütig, was er ist, und dies ist ihm kein Anlaß zu bedauern, sondern eine starke Herausforderung.

Jeder von uns braucht Zeit, um diesen Punkt zu verstehen und ihn voll zu erleben.

Ich zum Beispiel haßte früher die bloße Erwähnung des Wortes >Demut<. Ich bin ein Indianer, und wir Indianer sind seit jeher demütig und haben nie etwas anders getan, als den Kopf zu beugen. Ich meinte Demut sei nichts für einen Krieger. Ich irrte mich!

Heute weiß ich das die Demut eines Kriegers nicht die Demut eines Bettlers ist.

Der Krieger beugt den Kopf vor niemanden, aber gleichzeitig erlaubt er es keinen anderen, seinen Kopf vor ihm zu beugen.

Der Bettler hingegen fällt bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit auf die Knie und leckt jedem, den er für höher erachtet als sich selbst, die Stiefel; zugleich aber erwartet er, daß ein Geringerer als er ihm die Stiefel leckt.

Deshalb sage ich dir heute auch schon, daß ich nicht verstehe, wie die Meister des Ostens, die Gurus sich fühlen. Ich kenne nur die Demut eines Kriegers, und diese wird mir nie erlauben der Meister eines anderen zu sein. IV 27

 

 

Ein Krieger akzeptiert in Demut was er ist. IV 64

 

  • Dummheit

Gewiß haben wir eine dunkel Seite, sagte Don Juan.

Wir töten mutwillig, nicht wahr? Wir verbrennen Menschen im Namen Gottes. Wir zerstören uns selbst. Wir löschen das Leben auf diesen Planeten aus. Wir verwüsten die Erde.

Dann schlüpfen wir in einen Talar- und Gott der Herr spricht unmittelbar mit uns. Und was sagt der Herr? Er sagt, wir sollen brave Jungen sein, sonst wird er uns bestrafen.

Seit Jahrhunderten droht uns der Herr, und wir kümmern uns nicht darum. Nicht etwa, weil wir böse sind, sondern weil wir blöde sind. Der Mensch hat eine dunkle Seite, jawohl. Man nennt sie Dummheit. VIII 246

 

  • Erwarten

Erwarte nicht, aber höre nie auf zu wollen.

 

  • Einsichten

Hüte dich vor denen, die über ihre Einsichten Tränen vergießen, denn sie haben nichts erkannt.

 

  • Entscheidungen

Als Faustregel für den Krieger gilt, daß er seine Entscheidungen so sorgfältig treffen muß, daß nichts was sich aus ihnen ergeben mag, ihn überraschen, und erst recht nicht seine Kraft erschöpfen kann. IV 172

 

In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, da ist keine Zeit für Reue oder Zweifel. Da ist nur Zeit für Entscheidungen.

 

  • Eigendünkel

Die Selbstsucht ist ein wahrer Tyrann. Wir müssen unaufhörlich auf ihren Sturz hinarbeiten. VIII 81

 

Sobald die Ketten der Selbstbetrachtung zerrissen sind, sind wir nicht mehr an die Sorgen der Alltagswelt gefesselt. Wir sind noch immer in der Alltagswelt, aber wir gehören nicht mehr dazu. Um dazu zu gehören, müßten wir die Sorgen der Leute teilen, und ohne Ketten können wir es nicht. Als Durchschnittsmensch haben wir alle ein gemeinsames Merkmal, einen symbolischen Dolch, die Sorgen unserer Selbstbetrachtung. Mit diesem Dolch schneiden wir uns blutig.

Die Ketten unserer Selbstbetrachtung geben uns das Gefühl, als bluten wir gemeinsam, als teilten wir mit anderen Menschen etwas Wunderbares: Unsere Menschlichkeit. Bei genauerer Prüfung aber entdecken wir, daß wir allein bluten und das wir überhaupt nichts gemeinsam haben; daß wir uns in unserem manipulierbaren, unwirklichen und von Menschen gemachten Selbstbild spiegeln.

Hat man die Einheit ereicht, lebt man nicht mehr in der Welt der alltäglichen Sorgen und ist nicht mehr Opfer seiner Selbstbetrachtung. VIII 96

 

Wenn man sich wichtig nimmt wird man schwerfällig, unbeholfen und eingebildet.

Ein Wissender muß leicht und beweglich sein. II 12

 

  • Die Erdelieben

Nur wenn man diese Erde mit unerschütterlicher Leidenschaft liebt, kann man sich von seiner Traurigkeit befreien Ein Krieger ist immer fröhlich, weil seine Liebe unwandelbar ist und weil seine Geliebte, die Erde, ihn umarmt und ihn mit unvorstellbaren Gaben beschenkt. Die Traurigkeit ist nur bei denen, die gerade das hassen, was ihrem Dasein Obdach gibt. Dieses liebliche Wesen, das bis in den letzten Winkel lebendig ist und jedes Gefühl versteht, besänftigte mich, es heilte mich von meinem Schmerz, und schließlich, als ich meine Liebe zu ihm ganz begriffen hatte, lehrte es mich Freiheit. Nur die Liebe zu diesem strahlenden Wesen kann dem Geist eines Kriegers Freiheit geben, und Freiheit ist Freude, Tüchtigkeit und Unerschrockenheit im Angesicht von Widrigkeiten.

 

  • Sich Gehenlassen

Sich etwas zu versagen ist bei weitem die schlimmste Form des Sichgehenlassens, es zwingt uns zu glauben, wir täten große Dinge, während wir in Wirklichkeit nur auf uns selbst fixiert sind. II 125

 

  • Der Weg mit Herz

Ist es ein Weg mit Herz? Wenn er es ist, ist der Weg gut; wenn er es nicht ist, ist der Weg nutzlos. Beide Wege führen nirgendwo hin, aber einer ist der des Herzens, und der andere ist es nicht. Auf einem ist die Reise voller Freude und solange du ihm folgst, bist du eins mit ihm. Der andere wird dich dein Leben verfluchen lassen.

Der eine macht dich stark, der andere schwächt dich. I 88

 

Für mich gibt es nur ein Reisen auf Wegen, die Herz haben, auf jedem Weg reise ich, der vielleicht ein Weg ist, der Herz hat. Dort reise ich, und die einzige lohnende Herausforderung ist, seine ganze Länge zu gehen.

Und dort reise ich und sehe und sehe atemlos. I 151

 

  • Herausforderungen eines Kriegers

 

Ein Krieger darf nichts bereuen und sich über nichts beklagen.

Sein Leben ist eine immerwährende Herausforderung, und Herausforderungen sind weder gut noch schlecht. Herausforderungen sind einfach Herausforderungen. IV 120

 

„Der Grundlegende Unterschied zwischen einem normalen Menschen und einem Krieger ist, daß der Krieger alles als Herausforderung annimmt“ fuhr er fort, „ während der normale Mensch alles entweder als Segen oder Fluch auffaßt.“ IV122

 

  • Kenntnis des geistigen Inventars

Der Mensch ist immer auf ein geistiges Inventar angewiesen.

Die Kenntnis der Zu- und Abgänge bei einem bestimmten Inventar- das ist´s was einen Menschen zum Schüler oder zum Meister in seinem Fach macht. VIII 162

 

  • Der Kampf des Lebens

Für mich gibt es keinen Sieg und keine Niederlage und keine Leere. Alles ist voll bis zum Rand, und alles ist gleich, und mein Kampf lohnt sich für mich. Um ein Wissender zu werden, muß man ein Krieger sein, kein wimmerndes Kind. Man muß kämpfen, ohne aufzugeben, ohne zu klagen und ohne zurückzuweichen, bis man sieht,nur um zu erkennen, daß nichts wichtig ist. II 77

 

  • Kontrollierte Torheit

Ein Wissender wählt den Weg mit Herz und folgt ihm, dann schaut er und freut sich und lacht; dann siehter und weiß. Er weiß, daß sein Leben ohnehin gar zu bald enden wird. Er weiß, daß er, wie jeder andere auch, nirgendwo hingeht. Weil er sieht, weiß er, daß nichts wichtiger ist als alles andere. Mit anderen Worten, ein Wissender hat keine Ehre, keine Würde, keine Familie, keinen Namen, kein Land- sondern nur ein Leben, daß er leben muß. Und unter diesen Bedingungen ist seine einzige Verbindung zu seinen Mitmenschen die kontrollierte Torheit. Darum müht sich ein Wissender und schwitzt und plagt sich ab, und wenn man ihn anschaut, dann ist er wie jeder gewöhnliche Mensch, nur daß er die Torheit seines Lebens unter Kontrolle hat.

 

  • Persönliche Kraft

Die persönliche Kraft entscheidet, wer von einer Offenbarung profitieren kann und wer nicht. Meine Erfahrungen mit meinen Mitmenschen haben mir gezeigt, daß nur sehr, sehr wenige bereit sind zuzuhören, und von denen die zuhören, sind noch weniger bereit, in ihrem Handeln zu befolgen, was sie gehört haben. Und von denjenigen, die bereit sind, entsprechend zu handeln, haben noch weniger die persönliche Kraft, um von ihren Handlungen zu profitieren.

Der Schlüssel zur Kraftliegt darin, nicht zu tun, was dir vertraut ist.CC

 

  • Krieger sein

Ein Krieger sein, heißt bescheiden und Wachsam zu sein. IV172

 

Ein Kriegerpirschen sich dauernd selbst an. VIII 111

 

Die Lebensart des Kriegersist Harmonie- erstens die Harmonie zwischen Handlung und Entscheidung, sodann die Harmonie zwischen Tonal(das Bewußte) und Nagual (das Unbewußte).

 

Das Selbstvertrauen des Kriegersist nicht das Selbstvertrauen des Durchschnittsmenschen.

Der Durchschnittsmensch strebt nach Bestätigung in den Augen des außenstehenden Betrachters und nennt dies Selbstvertauen. Der Krieger strebt nach Makellosigkeit in seinen Augen und nennt dies Bescheidenheit. Der Durchschnittsmensch ist auf seine Mitmenschen angewiesen während der Krieger nur auf sich selbst angewiesen ist. IV14

 

  • Liebe- und rücksichtsvoller Umgang mit der Welt

Ein bewußter Mensch benutzt seine Welt wohldosiert und liebevoll, ganz gleich, ob diese Welt aus Dingen oder Pflanzen, aus Tieren oder Menschen oder Kräften besteht.

Er preßt seine Welt nicht aus, er berührt sie behutsam, verweilt solange es nötig ist und entfernt sich dann, fast ohne eine Spur zu hinterlassen. III

 

  • Lebenszweck

Der Mensch lebt nur um zu lernen. Und wenn er lernt, dann nur, weil dies sein Los ist, zum Guten und zum Schlechten. I 53

 

Was ist ein ehrliches Leben? Ein aufmerksames, ein gutes, starkes Leben. I 85

 

  • Die Reise des Lebens

Du mußt das Gefühl entwickeln, daß ein Krieger nichts benötigt.

Du sagst, du brauchst Hilfe, Hilfe wofür ? Du hast alles, was du für diese großartige Reise brauchst, die dein Leben ist.

Ich habe versucht, dich zu lehren, daß die wirkliche Erfahrung darin besteht, ein Mensch zu sein, und das es nur darauf ankommt zu Leben; das Leben ist der kleine Umweg, den wir heute machen. Das Leben ist ein zureichender Grund, es erklärt sich aus sich selbst und ist vollkommen.

Ein Krieger weiß dies und lebt dementsprechend. Daher könnte man ohne Überheblichkeit sagen, daß es die Erfahrung der Erfahrung ist, ein Krieger zu sein. IV 63

 

  • Mut

Nicht der Gedanke an das, was dir bevorsteht, sondern die Vorstellung, dass du ein Leben lang das tun mußt, was du immer getan hast, sollte dich schaudern machen.
Wenn man nichts zu verlieren hat, wird man mutig. Schwach sind wir nur, solange wir uns noch an etwas klammern können.

 

  • Der Pfad des Wissens

Nur als Krieger kann man auf dem Pfad des Wissens überleben. Denn die Kunst des Kriegers ist es, den Schrecken, ein Mensch zu sein, und das Wunder, ein Mensch zu sein, in Einklang zu bringen.

 

  • Persönliche Kraft

Die persönliche Kraft entscheidet, wer von einer Offenbarung profitieren kann und wer nicht. Meine Erfahrungen mit meinen Mitmenschen haben mir gezeigt, daß nur sehr, sehr wenige bereit sind zuzuhören, und von denen die zuhören, sind noch weniger bereit, in ihrem Handeln zu befolgen, was sie gehört haben. Und von denjenigen, die bereit sind, entsprechend zu handeln, haben noch weniger die persönliche Kraft, um von ihren Handlungen zu profitieren.

 

  • Ratschläge

 

Du suchst nicht nach Wissen, du möchtest nur deine eigene Welt bestätigt haben.

So seien die Menschen eben, sagte er, sie lieben es, sich sagen zu lassen, was sie tun sollen aber noch mehr lieben sie es, sich zu widersetzen und nicht zu tun, was man ihnen sagt, und so verstricken sie sich und hassen schließlich jeden, der ihnen überhaupt etwas rät. V

 

  • Routinen

Nicht der Gedanke an das, was dir bevorsteht, sondern die Vorstellung, dass du ein Leben lang das tun mußt, was du immer getan hast, sollte dich schaudern machen.
Wenn man nichts zu verlieren hat, wird man mutig. Schwach sind wir nur, solange wir uns noch an etwas klammern können.

 

  • Realität

Die Welt ist so und so, bloß weil wir uns sagen, dass sie so und so ist. Wann immer wir aufhören, mit uns zu sprechen, ist die Welt stets so, wie sie sein sollte.

 

Ich will dir sagen, worüber wir mit uns sprechen. Wir sprechen über unsere Welt. Tatsächlich halten wir unsere Welt mit unserem inneren Gespräch aufrecht.

 

  • Selbstvertrauen des Kriegers

Das Selbstvertrauen des Kriegers ist nicht das Selbstvertrauen des Durchschnittsmenschen.

Der Durchschnittsmensch strebt nach Bestätigung in den Augen des außenstehenden Betrachters und nennt dies Selbstvertauen. Der Krieger strebt nach Makellosigkeit in seinen Augen und nennt dies Bescheidenheit. Der Durchschnittsmensch ist auf seine Mitmenschen angewiesen während der Krieger nur auf sich selbst angewiesen ist. IV14

 

  • Die Vier Sichtensweisen

Es gibt dreierlei schlechte Gewohnheiten, in die wir immer wieder verfallen, sobald wir im Leben mit ungewöhnlichen Situationen konfrontiert sind.

Erstens können wir das, was geschieht oder geschehen ist, leugnen und so tun, als sei es nie geschehen. So machen es die Bigotten.

Zweitens können wir alles ungesehen akzeptieren und so tun, als wüßten wir, was geschieht. So machen es die Frommen.

Drittens kann ein Ereignis uns zwanghaft beschäftigen, weil wir es weder leugnen noch rückhaltlos akzeptieren können. So machen es die Narren.

Doch es gibt noch eine vierte Möglichkeit, die richtige nämlich, die des Kriegers.

Ein Krieger handelt so, als sei überhaupt nichts geschehen, weil er an gar nichts glaubt, und doch akzeptiert er alles unbesehen. Er akzeptiert, ohne zu akzeptieren, und leugnet ohne zu leugnen. Nie tut er so, als wisse er, noch tut er so, als sei nichts geschehen. Er handelt so, als ob er die Situation in der Hand hätte, auch wenn ihm vielleicht die Hosen schlottern. Diese Art zu Handeln vertreibt die zwanghafte Beschäftigung mit den Dingen.

 

  • Sich Sorgen

Unerreichbar zu sein bedeutet, daß man bewußt vermeidet, sich selbst und andere zu erschöpfen. Es bedeutet, daß man nicht hungrig und verzweifelt ist, wie eine arme Person, die glaubt, sie bekommt nie wieder etwas zu essen und soviel verschlingt, wie sie nur kann. Ein Jäger weiß, daß ihm immer wieder Tiere in die Falle laufen werden, darum sorgt er sich nicht. Sobald man sich sorgt, klammert man sich aus Verzweiflung wahllos an alles mögliche; und sobald man sich anklammert, wird man sich unweigerlich erschöpfen, oder man erschöpft denjenigen oder dasjenige, woran man sich klammert. III 77

 

  • Strategie des Kriegers

Ein Krieger lebt strategisch. Ein Krieger schleppt niemals eine Last, mit der er nicht fertig wird. I

 

  • Schulung des Kriegers

Ein Krieger, sagte Don Juan, sei immer auf der Hut vor der Grobheit menschlichen Verhaltens. Ein Krieger sei magisch und rücksichtslos, ein Einzelgänger mit feinstem Geschmack und Betragen, dessen Auftrag auf Erden es sei, seine speziellen Krallen zu schärfen und doch zu verbergen, damit niemand seine Rücksichtslosigkeit vermute. VIII 110

 

Krieger pirschen sich dauernd selbst an. VIII 111

 

  • Schwermut

Das beste Mittel, um die Schwermut loszuwerden, besteht darin, sich darüber lustig zu machen. Der Eigendünkel ist die treibende Kraft hinter jedem Anfall von Schwermut. Der Krieger hat ein Recht auf seine tiefe Traurigkeit, aber diese Traurigkeit ist nur dazu da, ihn zum Lachen zu bringen.

 

Die letzte Schlacht auf Erden

Es ist ein eigenartig erfüllendes Glück, wenn wir im vollen Wissen handeln, dass alles, was wir tun, sehr wohl unserer letzte Schlacht auf Erden sein kann.

 

Der Tod als Herausforderung

Die Zauberer sagen, der Tod ist der einzige würdige Gegner, den wir haben. Der Tod ist ein Herausforderer. Um seine Herausforderung anzunehmen , sind wir geboren- ob Durchschnittsmensch oder Zauberer. Die Zauberer wissen davon; die Durchschnittsmenschen nicht. VIII 115

 

  • Der Tod als Ratgeber

Was du tun mußt, wenn du ungeduldig bist, ist dies : Wende dich nach links und frag deinen Tod um Rat. Ungeheuer viel Belangloses fällt von dir ab, wenn dein Tod dir ein Zeichen gibt, wenn du einen Blick auf ihn werfen kannst, oder wenn du einfach das Gefühl hast, daß dein Begleiter da ist und dich beobachtet. III

 

In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, da ist keine Zeit für Reue oder Zweifel. Da ist nur Zeit für Entscheidungen.

 

Denk jetzt an deinen Tod. Er steht in Armesweite. Er kann dich jeden Augenblick ereilen; du hast also wirklich keine Zeit für närrische Gedanken und Stimmungen.

 

Wende dich nach links und frage deinen Tod um Rat. Ungeheuer viel Belangloses fällt von dir ab, wenn dein Tod dir ein Zeichen gibt, wenn du einen Blick auf ihn werfen kannst oder wenn du einfach das Gefühl hast, dass dein Begleiter da ist und dich beobachtet.

 

Der Tod schreitet hinter dir und läßt dir nicht die Zeit, dich an etwas zu klammern. Löse dich von allem.

 

  • Torheit eines Zauberers

Es ist möglich zu beharren, stur zu beharren, auch wenn wir wissen, daß es sinnlos ist, was wir tun. Allerdings müssen wir dabei im voraus wissen, daß unser Tun sinnlos ist, und dennoch so handeln, als wüßten wir es nicht.

 

Übereifer

Das ist das Problem mit den Übereifrigen, sie sind nach beiden Seiten übereifrig. Gestern nichts als Fragen, heute nichts als Einverständnis. IV 87

 

  • Unerreichbar sein

Unerreichbar zu sein bedeutet, daß man bewußt vermeidet, sich selbst und andere zu erschöpfen. Es bedeutet, daß man nicht hungrig und verzweifelt ist, wie eine arme Person, die glaubt, sie bekommt nie wieder etwas zu essen und soviel verschlingt, wie sie nur kann. Ein Jäger weiß, daß ihm immer wieder Tiere in die Falle laufen werden, darum sorgt er sich nicht. Sobald man sich sorgt, klammert man sich aus Verzweiflung wahllos an alles mögliche; und sobald man sich anklammert, wird man sich unweigerlich erschöpfen, oder man erschöpft denjenigen oder dasjenige, woran man sich klammert. III 77

 

  • Verantwortung

Wenn ein Mensch beschließt etwas zu tun, dann muß er es durchführen, aber er muß die Verantwortung für das übernehmen, was er tut. Ganz egal was er tut, er muß zuerst wissen, warum er es tut und dann muß er zu seinen Taten schreiten, ohne an ihnen zu zweifeln oder sie zu bereuen.

 

Die Verantwortung für seine Entscheidungen übernehmen, heißt bereit sein, für sie zu sterben. III

 

  • Der Weg mit Herz

Ist es ein Weg mit Herz? Wenn er es ist, ist der Weg gut; wenn er es nicht ist, ist der Weg nutzlos. Beide Wege führen nirgendwo hin, aber einer ist der des Herzens, und der andere ist es nicht. Auf einem ist die Reise voller Freude und solange du ihm folgst, bist du eins mit ihm. Der andere wird dich dein Leben verfluchen lassen.

Der eine macht dich stark, der andere schwächt dich. I 88

 

Für mich gibt es nur ein Reisen auf Wegen, die Herz haben, auf jedem Weg reise ich, der vielleicht ein Weg ist, der Herz hat. Dort reise ich, und die einzige lohnende Herausforderung ist, seine ganze Länge zu gehen.

Und dort reise ich und sehe und sehe atemlos. I 151

 

  • Die eigene Wichtigkeit verlieren

Ich bin niemals irgend jemanden Böse. Kein Mensch kann etwas tun, das Wichtig genug wäre, mich dazu zu bringen. Du ärgerst dich über die Leute, wenn du fühlst, daß sie etwas wichtiges tun. Ich empfinde aber nicht mehr so. I

 

Wenn man sich wichtig nimmt wird man schwerfällig, unbeholfen und eingebildet. Ein Wissender muß leicht und beweglich sein. II 12

 

  • Der Wille

Was ein Zauberer Wille nennt, ist eine Macht in uns. Es ist weder ein Gedanke noch ein Gegenstand noch ein Wunsch. Der Wille ist das, was dich unverletzlich macht. Der Wille ist das, was bewirkt, daß du gewinnen kannst, wenn dein Denken dir sagt, daß du besiegt wirst. Der Wille ist das, was einen Zauberer durch eine Wand, durch den Raum und , wenn er will, auf den Mond führt. II 126

 

Das was du Willen nennst, ist Charakter und starke Veranlagung. Was ein Zaubere Wille nennt, ist eine Kraft die von Innen kommt und sich an die Welt dort draußen heftet. Sie kommt aus dem Bauch, genau dort, wo die leuchtenden Fasern sind.

III 126

 

  • Ein Wissender

Ein Wissenderist ein Mann der ehrlich die Mühen des Lebens auf sich genommen hat. Eine Mann, der ohne Überstürzung oder Zögern die Geheimnisse von Macht und Wissen gelöst hat, so weit er es konnte. I 69

 

  • Der Weg zum Wissen

Ein Mann macht sich auf zum Wissen, wie er sich zum Krieg aufmacht, hellwach, voller Furcht und Achtung und absoluter Zuversicht. Wer sich auf andere Weise zum Wissen aufmacht, begeht einen Fehler und wer immer ihn macht, wird seine Schritte ewig bereuen.I 44

 

  • Zeit

Wir haben keine Zeit und doch sind wir von Ewigkeit umgeben.